Wieso ich den Menschen die mich fallen sehen wollten dankbar bin


Zu dieser Zeit vor ungefähr 12 Jahren stand ich das erste Mal in einem Proberaum und ich muss  reflektierend tatsächlich sagen, dass mich die Musik gerettet hat. Denn es gab Tage. an denen ich tatsächlich nicht mehr leben wollte. Tage, an denen ich nicht wusste wie es weitergehen soll. 


Ich war nie die Schülerin die besonders hübsch, talentiert oder besonders beliebt war in der Realschule. Ganz im Gegenteil. Ich war die Schülerin die nur als „fett,dumm und hässlich“ bezeichnet wurde. Was diese Worte mit meinem Selbstbewusstsein angestellt haben könnt ihr euch vorstellen.  Ich hatte keins.


Nie im Leben hätte ich mir damals zugetraut in unserem Schulchor die Hauptrolle im Musical zu übernehmen oder sonstiges denn, mir wurde ja jeden Tag aufs Neue vermittelt, dass ich weder etwas wert, noch etwas Besonderes bin.


An einem Herbsttag im Jahr 2010 lud schließlich ich ein Video in Facebook hoch mit Gitarre und Gesang und der damalige Bassist meiner Band, sah das Video und lud mich zum vorsingen ein. Es sollte der Anfang eines Weges sein, der Stand heute immer noch nicht zu Ende ist. So stand ich da also im Proberaum in einem kleinen Ort bei Lauda Königshofen und sollte vorsingen. Ich, Denise damals 18 Jahre alt mit 0,000000 % Selbstbewusstsein. Aber ich hab mich schließlich wieder Erwarten getraut  und hatte mit der Band dann auch meinen ersten Auftritt.


Auch in diesem Fall gab es wieder Menschen in meinem Leben die gesagt haben:“ Das ist sicherlich ein Hirngespinst und schnell wieder vorbei.“ Aber ich war ab diesem Zeitpunkt jede freie Minute im Proberaum egal ob draußen Meterhoch Schnee lag oder ob ich morgens um 04:30 wieder im Krankenhaus sein musste denn ich hatte etwas gefunden wofür es sich zu kämpfen gelohnt hatte.


Über die Jahre gab es dann immer wieder Menschen die mir Steine in den Weg legen wollten:


1. Bands die mich nicht wollten weil ich nicht die Rampensau war und oder keine 90/60/90 Maße hatte und mich nicht auf der Bühne ausziehen wollte.


2. Männer die mir den Eindruck vermitteln wollten, dass ich ja nicht gut genug sei um jemals mit der Musik Geld zu verdienen oder in einer Profi Band zu singen.


Und ja es gab immer wieder Zeiten, in denen ich solchen Worten Glauben geschenkt habe. Wenn mich damals ein Brautpaar oder eine Band abgelehnt hat, hat mich das Tage lang beschäftigt weil ich dachte ich bin nicht gut genug . All das weil man mir Jahre lang eingeredet hat ich könnte das alles sowieso nicht.


Aber heute am 24.11.2022 sitze ich Zuhause, bin eine sehr gut gebuchte Eventsängerin, freie Traurednerin und helfe regelmäßig bei den verschiedensten Bands aus.


Eigentlich müsste ich die Menschen hassen,

die mir so zugesetzt haben. Die die mich in der Schule Jahrelang gemobbt hatten, die Männer die versucht hatten mir einzureden das ich sowieso niemals eine gut gebuchte Sängerin werden würde und mir noch schlimmeres an den Kopf geworfen haben, die Bands die mich nicht buchen wollten weil ich nicht ihren optischen Vorstellungen entsprochen hatte aber stattdessen…. Bin ich dankbar!


Dankbar, weil ich ohne diese Rückschläge niemals so hart an mir gearbeitet hätte. Dankbar, weil ich sonst meine Musik und meine Auftritte niemals  selbst in die Hand genommen hätte.


Niemand hat mir in diesen 12 Jahren je beigebracht oder gezeigt, wie man seinen Social Media Kanal aufbaut, niemand wie man Auftritte generiert oder wie man Werbung macht. Stattdessen hab ich learning by doing betrieben.

Heutzutage gibt es Menschen die für solche Coachings viel Geld verlangen :D


Die ersten Jahre musste ich mein Ausbildungsgehalt investieren und hatte wenig bis kein Plus mit dem was ich gemacht hab. Trotzdem habe ich nie aufgegeben sondern immer weiter gemacht und bin unheimlich stolz was ich bis heute erreicht habe.  


Mit 18 hab ich mir mein erstes Tattoo stechen lassen mit dem Spruch der bis heute mein Lebensmotto ist : Fall down seven times, stand up eight. Oder um eine meiner Lieblingsbands zu zitieren „Alles wird gut. Die Menschen sind schlecht und die Welt ist am Arsch aber alles wird Gut“.