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400 € für 4 Lieder?– Was hinter 45 Minuten Live-Gesang auf einer Hochzeit wirklich steckt

  • vor 24 Stunden
  • 3 Min. Lesezeit

Vor einer Weile wurde ich gefragt, ob ich als Überraschung auf einer Hochzeit bzw. standesamtlichen Trauung singen könnte. 🤍


Geplant waren ungefähr 45 Minuten musikalische Begleitung mit Live-Gesang für die Trauung.

Als ich meinen Preis genannt habe, kam ziemlich schnell die Antwort:

„Oh nee… das ist mir für die kurze Zeit zu viel.“

Ganz ehrlich?


Das darf natürlich jeder so empfinden.

Hochzeiten sind teuer.


Jedes Brautpaar setzt andere Prioritäten, jeder hat ein anderes Budget und am Ende entscheidet natürlich jeder selbst, wofür Geld ausgegeben wird.

Aber dieser Moment hat mich wieder daran erinnert, wie unsichtbar kreative Arbeit oft ist — gerade bei Hochzeitsdienstleistern.

Denn die meisten Menschen sehen am Ende nur die 45 Minuten vor Ort.

Sie sehen die Sängerin für die Hochzeit.

Die Lieder während der Trauung.


Den emotionalen Moment beim Einzug oder Ringtausch.

Was man meistens nicht sieht, ist alles, was dahinter steckt.

Und genau darüber möchte ich heute einfach mal ehrlich sprechen.

Es sind eben nicht „nur 4 Lieder“


Wenn man liest:

„400 € für 4 Lieder“

klingt das im ersten Moment vielleicht wirklich viel.


Vor allem, wenn man nur die reine Auftrittszeit betrachtet.

Aber tatsächlich bezahlt niemand einfach nur vier Songs.

Man bezahlt auch:

die Vorbereitung,


die Kommunikation,


das Organisieren,


die Erfahrung,


die Technik,


die Verantwortung


und ganz viele Stunden Arbeit im Hintergrund.

Denn bevor ich überhaupt singe, passiert schon unglaublich viel.


Ich bereite die Musik für die Hochzeit vor, stimme Abläufe mit dem Brautpaar ab, probe Songs, plane Technik und fahre oft eine längere Strecke zur Location. Vor Ort wird aufgebaut, ein Soundcheck gemacht und nach der Trauung wieder alles abgebaut und verladen.


Dann fährt man nach Hause — oft nach mehreren Stunden Einsatz für eine Trauung, die am Ende „nur“ 45 Minuten gedauert hat.

Was kostet eine Hochzeitssängerin wirklich?

Viele Menschen rechnen:


„45 Minuten Gesang = 45 Minuten Arbeit.“

Die Realität sieht aber meistens ganz anders aus.

Hinter einer Stunde Live-Musik für eine Hochzeit stecken oft 4–5 Stunden tatsächlicher Aufwand — manchmal sogar mehr.

Dazu gehören unter anderem:


  • vorbereiten & fertig machen

  • Equipment einladen

  • Anfahrt zur Hochzeitslocation

  • Aufbau & Soundcheck

  • Anwesenheit während der Trauung

  • Abbau

  • Heimfahrt

  • Equipment wieder ausladen



Plötzlich sind aus „45 Minuten Singen“ mehrere Stunden Arbeit geworden.

Dazu kommen dann noch all die Dinge, die niemand sieht:


E-Mails, Organisation, Planung, Social Media, Buchhaltung, Weiterbildung und vieles mehr.


Kosten einer Hochzeitssängerin: Was viele vergessen


Von einer Gage bleibt außerdem nicht einfach alles „übrig“.

Davon gehen Steuern ab.


Natürlich auch laufende Kosten, die man als selbstständige Sängerin ständig hat.

Aber noch wichtiger ist eigentlich etwas anderes:

Hinter so einem Auftritt stecken oft viele Jahre Erfahrung.

Gesangsunterricht.


Üben.


Unsicherheit überwinden.


Auftritte.


Weiterentwicklung.


Zeit.


Energie.

Und irgendwann steht man dann da — und begleitet einen der emotionalsten Momente im Leben eines Menschen.

Gerade bei Live-Gesang für Hochzeiten gibt es keine zweite Chance.


Die Musik muss funktionieren, die Technik muss laufen und der Moment soll perfekt begleitet werden.


Hochzeitssängerin vs. Hochzeitsfotograf – ein interessanter Vergleich


Zum Vergleich:

Ein Hochzeitsfotograf verlangt in Deutschland für eine kurze Standesamt-Begleitung oft mehrere hundert Euro — häufig zwischen 450 und 700 €, je nach Erfahrung und Umfang.

Und auch dort bezahlt niemand nur die Zeit vor Ort.

Bezahlt werden:


Erfahrung, Technik, Vorbereitung, Nachbearbeitung, Zuverlässigkeit und die Fähigkeit, besondere Erinnerungen festzuhalten.

Bei Musiker:innen und professionellen Hochzeitssänger:innen ist es im Grunde sehr ähnlich.


Warum ich diesen Beitrag schreibe


Dieser Beitrag soll keine Beschwerde sein.

Und auch keine Rechtfertigung.

Wenn jemand sagt:

„Das ist mir zu teuer“

dann ist das vollkommen legitim.


Aber ich glaube, viele Menschen wissen einfach gar nicht, wie viel hinter kreativer Arbeit steckt — weil man meistens nur das Endergebnis sieht.

Und genau deshalb wollte ich das hier einmal transparent zeigen.

Nicht um jemanden zu überzeugen.


Sondern einfach, um einen ehrlichen Einblick zu geben.

Denn hinter „nur 4 Liedern“ steckt oft viel mehr:


Zeit, Vorbereitung, Verantwortung, Erfahrung, Leidenschaft — und ganz viel Herz. 🤍

 
 

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